Kinder als Soldaten

Mit 8 Jahren schon auf einen Menschen geschossen? Diese geschmacklose Frage ist zur Realität in vielen Endwicklungsländern geworden. Weltweite werden etwa 300.000 Minderjährige zum Dienst an der Waffe zwangsrekrutiert. Den heutigen Montag machten Hilfswerke zum „Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“.

Die Sängerin und Buchautorin Senait Mehari, die selber Kindersoldatin war, setzt sich für eine Zukunft der Kinder in Kriegsregionen ein. Mehari ist eine Bestsellerautorin und erfolgreiche Sängerin die sehr viele Fans hat und das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist eine grauenhafte Kindheit die in Eritrea begann, als die eigene Mutter sie als Säugling in einem Koffer aussetzte. Sie wurde gerettet, bis der eigene Vater Senait zusammen mit ihren beiden Halbschwestern im alter von 6 Jahren an die Kriegsfront verschleppte. Nun waren die Mädchen Kindersoldatinnen.

Nach 3 Jahren voller Terror und Missbrauch befreite der Onkel die Mädchen und brachte sie in den Sudan. Als Senait 12 Jahre alt war holte sie der Vater nach Deutschland, wohin er inzwischen emigriert war. Weil er sie dauernd schlug bekam Senait eine Wohnung in einem Jugendwohnheim.

Das war der beginn ihrer Karriere, das Kind aus dem Koffer und die Kindersoldatin machte Abitur und Studierte einige Semester Rechtswissenschaften. Die vermutlich 32-jährioge(so genau weiß es niemand) interessierte sich aber nicht für Rechtswissenschaften, wollte aber ihren Onkel nicht enttäuschen. Anwältin oder Ärztin sollte Senait werden, da sie aber kein Blut sehen kann ging eben nur Jura.

Sie kann kein Blut sehen weil sie in ihrer Kindheit zuviel davon gesehen hatte. Sie setzt sich nun verstärkt für die Kinder in Afrika als Botschafterin der Kindernothilfe ein und unterstützt mit ihrer Organisation „Aktion weißes Friedensband“ als Schirmherrin den „Red Hand Day“. Den Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12.Februar.

Sie fordert den Respekt vor den Rechten der Kinder und hat die feste Hoffnung das es irgendwann eine Regelung geben wird, die weltweit dafür sorgt das es den Kindern dieses Planeten besser gehen wird als sie es am eigenem Leib erlebt hat.

2006 besuchte S.Mehari den norden Ugandas, wo die Bevölkerung von islamischen Rebellen aus dem benachbarten Sudan terrorisiert wurde. Wenige Wochen nach dem Waffenstillstand besuchte sie Kindersoldaten. Von diesem Erlebnis ist sie immer noch geschockt. “Da wurden Kinder zum Töten abgerichtet, wie pervers muss ein Kommandant sein um so etwas an zuordnen“ sagte sie. Zum ersten mal im Leben habe sie den Glauben an die Menschen verloren!

Die Reise hat sie schwer belastet weil „ich mich schuldig fühle“ meinte sie, weil das Elend der Kinder so groß gewesen sei und sie selber nach ein paar Tagen wieder zurück Fliegen musste ins sichere Deutschland. Doch sie konnte den Kindern helfen indem sie ihnen ihre Geschichte erzählte. „Ich habe den Kindern wohl ein wenig von meiner Kraft gegeben damit sie unterscheiden können, was richtig und was falsch ist“ sagt sie weiter.

Senait Mehari will immer sie selbst sein, echt sein. Und das auch als Sängerin. 2003war sie in der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest, wo sie mit ihrem Lied „Herz aus Eis“den 4. Platz belegte. Sie wollte als Afrikanerin einfach für Deutschland singen, damit das Ausland erkennt das Deutschland NICHT fremdenfeindlich sei und diesen schlechten Ruf nicht verdient habe und die Menschen hier weltoffen und hilfsbereit sind. Leider wird sie diese Veranstaltung nicht mehr mitmachen, weil es dabei nur um den Schein und nicht um den Inhalt geht und um die Musik im Prinzip auch nicht, sondern nur Komerz.

Musik sei ihr Herz und Deutschland ihre Heimat und in einigen Wochen kommt ihr Baby auf die Welt. Sie freue sich sehr Mutter zu werden und möchte ihr Kind zu einem anständigen Menschen erziehen. Das ist ihr Glaube und ihre Hoffnung und vor allem Ihr Wille.

© 12. Februar 2007 Hermann Stehr

Quelle:
WAZ

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