Armut in Deutschland

Beim G8-Gipfel wurde beschlossen, dass die Armut auf dem afrikanischen Kontinent bekämpft werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es großer Anstrengungen von allen Seiten.

Aber wie sieht es eigentlich in Deutschland mit der Armut aus?
Schauen wir uns doch mal das Bundesland NRW an. Im Bevölkerungsreichsten Bundesland ,sind laut Landessozialbericht, 2,5 Millionen Menschen von Armut betroffen und müssen mit weniger als 615 € im Monat ihr Leben bestreiten. Betroffen sind davon überwiegend die Kinder. Jedes 4te Kind kommt aus Einkommensschwachen Familien und sind somit vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und haben geringere Bildungs- und Berufschancen.
Allein im Kreis Recklinghausen gibt es 36.500 Haushalte die ihren Lebensunterhalt durch Hartz IV bestreiten.(Stand 05.2007)

Wie sieht so ein Leben mit Hartz IV aus?
Ein 13-jähriges Mädchen wurde befragt wie ihre Träume sind. Sie wolle Jura oder Philosophie studieren oder am Mittelmeer mal Urlaub machen, auch ein Besuch eines Freizeitparks stand auf ihre Liste.
Der Vater schüttelte nur resigniert den Kopf.
Hartz IV bestimme das Familienleben sagte er. Caritas und Diakonie bieten in Tafelläden günstig Lebensmittel an. Um mit dem Geld den Monat zu überstehen , gehe man Freitags da hin, um da besonders preiswert einkaufen zu können. Vom Einkaufserlebnis keine Spur.
Nach 6 Jahren Arbeitslosigkeit, sehe er keine Chance mehr auf ein geregeltes Leben. 9 Monate durfte er einen 1€-Job machen und konnte wenigsten in dieser Zeit den Kindern ein gewisses Vorbild geben, sagte er begeistert. Nun ist das auch wieder hinfällig. Doch auch die 4 Schulpflichtigen Kinder sind ein großes wirtschaftliches Problem, den ein 2-tägiger Ausflug schlägt schon mit 28€ zu Buche. Bei diesem Einkommen fast nicht zu bezahlen! Oder der Sohn möchte in einem Sportverein Mitglied werden. Aber wie soll der Beitrag aufgebracht werden?

Und dann die Chancengleichheit im Bildungssystem.
Davon können Kinder aus sozialschwachen Familien nur träumen. Teures Unterrichtsmaterial, warmes Mittagessen in der Schule, Klassenfahrten oder auch Nachhilfeunterricht ,wenn es mal nicht so richtig klappt, alles Dinge die für diese Kinder schier unerreichbar sind.

Das Gesicht der Armut
Kinder aus sozial schwachen Familien lernen sehr schnell , dass sie ihre Situation verbergen müssen, sie laufen nicht in zerrissenen T-Shirts durch die Straßen. Armut hat hier in der Wohlstandsrepublik ein anderes Gesicht.
Diese Kinder haben keinen Zutritt zu gesellschaftlichen Angeboten, sei es Sportverein oder Kultur (Museumbesuch oder Theater)und Ferienlager ist für diese Kinder auch ein Fremdwort.
Neben Ausgrenzung ist auch Gewallt eine alltägliche Begleitung, weil sie meistens auch nicht zu Hause lernen, was Konfliktbewältigung eigentlich bedeutet. Sie empfinden es sogar als Normalität, sich mit Fäusten, statt mit Worten gehör zu verschaffen.
Eine warme Mahlzeit pro Tag ist da auch nicht mehr die Regel, Obst und Gemüse kommen auch nur noch selten auf den Tisch.

Kein echter Wille zur Veränderung
Ein echter Wille zur Veränderung ist von Seiten der Gesellschaft nicht erkennbar, man nimmt den Status Quo einfach nur zur Kenntnis. Wenn man dann noch erfährt das z.B. Zuschüsse für Schulmittel gestrichen werden, kann man Angesicht dieser Tatsachen schon entsetzt sein. 15 € sind nicht viel pro Monat, aber bei 3 oder 4 Schulpflichtigen Kinder ist das eine immens große Summe.
Das Fazit kann dann nur lauten“ Armut beeinträchtig die gesunde kindliche Entwicklung in ALLEN Lebensbereichen“.

Und der Staat sieht weg!

© 10. Juni 2007 Hermann Stehr
Quelle:DM Internet

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: