Das Deutsche Wirtschaftswunder

Das Deutsche Wirtschaftswunder; oder wie weit reicht der Schatten von Albert Speer?

Das Wirtschaftswunder geht vor allem auf ein Netzwerk zurück, das sich bereits in den vierziger Jahren und unter den Nazis bildete. Und dieser eingeschworene Zirkel hat heute noch Aktualität.

Schweigen ist eine Tugend an der sich an unserem Beispiel die Familie Quandt besonders hervor tat. Schon der Konzernstifter Günther Quandt hielt Geheimhaltung für das non plus Ultra und seine Söhne, Harald und Herbert, sollen ihn darin sogar noch überboten haben. Auch die jetzige Generation der Quandts war stolz darauf, sich Journalisten vom Hals zu halten; bis ein viel beachteter ARD-Fernsehfilm kürzlich die Beschäftigung von Zwangsarbeitern in einer Fabrik der Quandts im 2.Weltkrieg dokumentierte. Als sich die Falltür der Geschichte öffnete, jammerte ein Familienmitglied: “Wir müssen endlich mal versuchen, das zu vergessen“.

Ungewöhnlich ist diese Haltung nicht. Die gedankliche Verarbeitung des Unheils, das hinter ihnen lag, fiel auch den Gründervätern schwer, die das Wirtschaftswunder nach dem Krieg anschoben. Das große Dilemma: Die Stabilität der zweiten deutschen Demokratie, wäre ohne das Wirtschaftswunder nicht denkbar gewesen. Ausgerechnet daran hatten Wirtschaftsmanager und Industrielle einen Anteil, die einem Netzwerk angehörten, das sich während des dritten Reiches gebildet hatte. Der Blick über die Stunde null, hinweg in die Abgründe der Vergangenheit wurde vermieden, von Historikern sowie auch den Protagonisten.
In den Memoiren, die einige von Ihnen schreiben ließen, fällt vor allem auf, dass der Zusammenbruch 1945 keine Rolle für sie spielte. Vielmehr verdankten viele von ihnen ihre Karriere, Albert Speer. Speer, als 37jähriger, wurde 1942 von Adolf Hitler zum Rüstungsminister ernannt. Der Führer hatte ein Faible für Dilettanten, entscheidend war Speers Organisationstalent. Mit Feuereifer und dem Führerbefehl im Nacken, fing Speer an, die Rüstungsproduktion von seinem Schreibtisch aus, zu koordinieren und sie der riesigen Heeresbürokratie zu entziehen. Als Mitarbeiter suchte er Männer mit Nerven und Biss aus. Amtschefs, die älter als 55 waren, hielt er auf Distanz, denn in diesem Alter herrschte nur Routine und Anmaßung vor, meinte Speer. War kein geeigneter Ersatz zur Stelle, sollten wenigstens die Stellvertreter nicht älter als 40 sein. So kam es, das in dem relativ kleinen Ministerium, jugendliche Gesichter das Bild bestimmten, ebenso in dem riesigen Herr von über 10 000 Manager und Technikern aus allen Bereichen der Industrie, die Speers Direktiven in den Umrüstungsbetrieben umsetzen sollten. Hitler nannte diesen Jugendstil des Rüstungsministers „Speers Kindergarten“. Mit diesen rund 6000 hoch motivierten Jungmanagern, alle jünger als 50, beginnt die Personalgeschichte des „Wirtschaftswunders“ in den 50iger Jahren.
Auf die Härten der Nachkriegsjahre waren sie bestens vorbereitet. Darunter: Heinrich Nordhoff von VW, Thyssenchef Hans-Günther Sohl, Josef Neckermann, Ernst Heinkel, aber auch Professoren wie Rolf Wagenführ, der für die eigentliche Grundlage der Rohstoffbilanzen sorgte. Wagenführ setze nach dem Krieg seine Karriere erst bei der Gewerkschaft und später als Leiter der statistischen Abteilung, der Montanindustrie in Luxemburg fort und beschloss sie als Professor in Heidelberg. Oder Karl Maria Hettlage, ein Jurist, der während des Krieges Leiter der Wirtsschafts u. Finanzabteilung bei Speer war. Als Staatssekretär (1959-1962 und 1967-1969) war er der maßgebende Mann im Bundesfinanzministerium.

Auch der Jurist Ernst Wolf Mommsen, Verbindungsmann der Reichsgruppe Industrie zum Rüstungsministerium, und war ein prominenter Gefolgsmann Albert Speer; und mit seinen Verbindungen in der Eisen und Stahlindustrie fand er nach dem Krieg schnell wieder Anschluss. Seine Laufbahn beendete er als One-Dollar-Man und Staatssekretär im Bundeswirtschafts-und Bundesverteidigungsministerium. Einige Männer aus Speers Umfeld waren nach dem Krieg nicht tragbar, wie z.b. Walter Rohland, der als „Panzer-Rohland“ in den Analen der Kriegswirtschaft einging. Aber mit seinen Verbindungen reichte es alle mal zum Geldverdienen (und nicht gerade wenig) in der Nachkriegswirtschaft.

Die „Buben“ Speers, wie die Riege der 30-40-Jährigen damals spöttisch benannt wurde, waren tüchtige und fähige Ingenieure und Techniker. In dem frühen 30-Jahre hatten nicht wenige erlebt was Arbeitslosigkeit bedeutet, deswegen sie auch zu loyalen und manchmal auch überzeugten Nationalsozialisten wurden. Der Köder der Nazis war für diese Leute einfach;“Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit“, und die Nazis gaben diese jungen Leute Rückenwind und Aufstiegsmöglichkeiten. Die Glorifizierung der Technik durch die Nazis konnte sie bestärken.

Die richtige Motivation bekamen aber diese Leute durch Speer selbst, sie waren der Macht nahe durch ihn, standen im Mittelpunkt des Nazikosmos und wurden mit Herausforderungen konfrontiert, die ein Engagement mit Leib und Seele verlangten. Ob sie nun Millionen von Tonnen an Stahl und Eisen von einer Ecke des Reiches in die andere verschoben, oder binnen kürzester Zeit über den Einsatz von tausenden von Fremdarbeitern entschieden; in ihrer kurzen und schnellen Karriere wurden sie Trainiert was ihnen beim Wiederaufbau von Nutzen war; das Planen in großen Dimensionen, ein drakonischer Managerstil, der Hindernisse mit Gerissenheit und Fantasie überwand, und der unbekümmerte Umgang mit beträchtlichen Risiken.

Nebenbei knüpften sie ein Beziehungsnetz, das auch nach dem Zusammenbruch tragfähig blieb. Aber den Umgang mit Geld, den lernten sie nicht. Von Finanzen hatten sie kaum eine Ahnung, ein Defizit das Ende der 50-er Jahre, als das Wirtschaftswunder verblasste, zu spektakulären Pleiten führte.

Als Speers „Meisterschüler“ galt wohl Willy H. Schlieker, der 1950 vom US-Magazin „Time“ zum Wirtschaftswunderknaben Nummer 1 erklärt wurde. Doch sein kometenhafter Aufstieg und jäher Absturz wurde zum Stoff vieler Legenden. In den „Vereinigten Stahlwerken“ hatte er eine schnelle Karriere gemacht und wurde, kaum 30, Abteilungsleiter in Speers Ministerium, eine Posten von dem er die gesamte Eisen- und Stahlindustrie organisierte, mit Rohstoffen versorgte und durch die Endphase des Krieges lotste. Das die Produktionsziffer bis Kriegsende nicht einbrachen, sondern sogar noch anstiegen, war vor allem sein Werk gewesen.

Da Schlieker weder SS noch SA Mitglied war und unter Speer nur mit Lösungen technischer Probleme zuständig war, zögerten die Amerikaner nicht, sich seiner Schwerindustriellen Sachkenntnis zu sichern, und die Briten machten ihn sogar zum Leiter ihres neuen Verwaltungsamtes für Eisen und Stahl in Düsseldorf. Probleme bekam Schlieker erst, als die Ruhrbarone aus der Internierung auf ihre Vorstandssessel zurückkehrten. Sie wollten sich für Schliekers Selbstherrlichkeit während der Speer-Jahre revanchieren und schwärzten ihn bei den Alliierten als „Minderbelastet“ und Mitläufer des NS-Regimes an.

Die Rüstungsmanager wussten damals schon längst, was die Stunde geschlagen hat, nur sagten sie es nicht laut. Im Sommer 1945 ging die „Neue Zürcher Zeitung“ davon aus, das die verantwortlichen Betriebsführer seid Stalingrad damit begonnen hätten, Vorbereitungen für die Nachkriegszeit zu treffen. Die Bergwerksdirektoren im Ruhrgebiet planten schon seit 1942 mehr oder minder unverhohlen über den Krieg hinaus. Sie wienerten ihre Maybachs und Daimlers und Liesen sie in unterirdischen Stollen zum Schutz vor Bomben einmauern. Nach Kriegsende waren diese Fahrzeuge dann unversehrt zur Hand.
Der Textilhändler Josef Neckermann; auch einer der die kommende Katastrophe ahnte, hatte Anfang 1942 den Auftrag bekommen, für die Wehrmacht eine Winteruniform zu entwerfen. Zusammen mit A. Speer flog er in die Wolfsschanze bei Rastenburg um die Kollektion zu präsentieren. Er war nicht der einzige Gewerbetreibende der sich zu diesem Zeitpunkt in der Wolfsschanze aufhielt. Ferdinand Porsche stellte am selben Tag seinen „Tiger-Panzer“ vor. Hitler zeigte sich von Neckermanns Kollektion begeistert und Neckermann atmete auf. Aus der Fassung brachte ihn erst die abendliche Runde im Gästehaus mit den Herren der Schwerindustrie, die soeben ihren neuen Panzer vorgeführt hatten. Neckermann war erstaunt mit welcher Offenheit die anwesenden damit umgingen, das der Krieg nur noch durch ein Wunder zu gewinnen sei. Und an Wunder glaube da eh keiner.

Einer, der sich in seinen Planungen für die Zeit danach von niemanden übertreffen ließ, war Friedrich Flick, diesem gerissenen Aktienspekulanten und tatkräftigen Firmenhändler war der Eroberungs- und Vernichtungsfeldzug Hitlers glänzend bekommen. 1943, an seinem 60. Geburtstag war er reicher und mächtiger denn je, gleichzeitig holte er zu einer verwirrenden Umstrukturierung seines Imperiums aus. Sein Ziel war es, Rüstungsgeschäfte und Arisierungsgewinne schwerer nachvollziehbar zu machen. Und vor allem aber verlegte Flick seinen Firmensitz von Berlin nach Düsseldorf. Seine Informationsabteilung, eine Art Firmeneigener Geheimdienst, war auf eine Karte aufmerksam geworden, auf der die künftigen Besatzungszonen eingezeichnet waren. Da Flick sein Hauptsitz östlich der Elbe lag, genügte ein Blick auf die Karte, um zu wissen, dass er es mit der Roten Armee auf keinen fall zu tun haben wollte.

Nach Kriegsende sahen sich die führenden Industriellen in den Internierungslagern der Besatzungsmächte wieder. Der erste, den die Amerikaner Festnahmen und in ein Lager in der Nähe von Recklinghausen brachten, war der junge Alfried von Bohlen und Halbach. Der 38-Jährige verdankte sein Schicksal eher seinem Name als seinem tatsächlichen Einfluss in den Geschäftsgang. In den Augen der Welt waren die Krupps nach wie vor die „Kanonenkönige“. In der nacht auf den 6.September 1945 umstellten Einheiten des britischen 1. Korps in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets die Häuser und Villen der 44 führenden Köpfe der Rheinisch-Westfälischen Kohlesyndikats. Die Männer wurden aus den Betten geholt und in Lager gebracht, 3 Tage danach wurde das Krupp-Direktorium festgenommen.
Anfang Dezember kam dann für die Spitzen der Eisen schaffenden Industrie das Ende aller Illusionen. Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder wurden kaserniert, darunter auch der spätere Tyssen-Chef Hans-Günther Sohl. Schon mit 30 galt Sohl als „Wunderkind der Ruhr“, 1943 leitete er das Rohstoffressort der Vereinigten Stahlwerke und wurde zum Stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Auch er gehörte zu Speers „Buben“ und galt innerhalb der Organisation als wichtigster Rohstoffexperte. Als Sohl seine Memoiren schrieb, wollte er davon aber nichts mehr wissen, er schrieb nur Lapidar:“Es blieb nicht aus, dass wir mit dem Rüstungsministerium von Albert Speer viel zu tun hatten“.

Das ehemalige Hauptquartier Hermann Görings im Westen, Burg Kransberg, diente als Internierungslager für das Gros der technischen und unternehmerischen Elite des untergegangenen Reiches. Und die britischen Hausherren nannten diesen Ort in Anspielung auf seine Funktion nur verächtlich „dustbin“, auf deutsch „Mülleimer“. In diesem Lager trafen sich viele alte Bekannte aus Industrie- und Hochfinanz wieder, darunter so illustre Leute wie der ehemalige Reichsbankchef Hjalmar Schacht, Finanzminister der Nazis und Kabinettchef der Regierung Dönitz Lutz Graf Schwerin von Krosigk, der betagte Ferdinand Porsche, der Leiter der Versuchsanstalt Peenemünde Walter Dornberger und das junge Raketengenie Wernher von Braun, auch Speer selbst war im Sommer1945 für einige Woche in Kransberg interniert.

Die Herren wussten sich zu beschäftigen, mit naturwissenschaftlichen Vorträgen, beispielsweise über „Teerkrebs als Berufskrankheit“ oder über den „Einfluss der Ionosphäre auf die Witterung“, oder aber sie ließen sich von Fritz Thyssen in die Geheimnisse des Schachspiels einweihen.
In Bad Nenndorf versuchte Sohl seine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, und außer ihm saßen da zu diesem Zeitpunkt noch weitere 70 Stahlunternehmer ein. Bei dem ehemaligen Konzernchef der Klöckner Werke, Günter Henle, lernte er Englisch, und ein polyglotter deutscher Botschafter brachte ihn Französisch bei. Das waren aber nicht die einzigen bei denen Sohl etwas lernte. Wie Sohl sich erinnerte sagte er:“Eines Tages bekamen wir Feldarbeit und beim Umgraben entdecke ich Hermann Josef Abts der erst relativ kurz in Bad Nenndorf war“. Abs und Sohl kannten sich schon seid 1944, und während Sohl noch bis 1947 fest saß kam Abs schon im April 1946 wieder frei. Abs beschwerte sich vorher noch bei Sohl das er ausgerechnet mit Carl Lüer (Vorstand der Dresdener Bank) seine Zelle teilen musste. Gegen den Nazi Lüer hatte er nichts, wohl aber umso mehr gegen die Dresdner Bank.

Das Lagerleben hatte für die Industriellen einen besonderen Vorteil; es ergab sich ein ungemeiner Solidarisierungseffekt. Ein Monat Lagerleben schweißte die Betroffenen mehr zusammen als ein Jahrzehnt in der Freiheit. Alte Verbindungen wurden aufgefrischt und neue geknüpft. Die Herren ,auf die es ankam, arbeitete und hungerten gemeinsam, spekulierten über ihre Zukunft und die ihres Landes und versuchten ihre Angst vor dem Ungewissen im Zaum zu halten. Gemeinsam machten sie sich sorge um ihre Familien und lernten sich mit allen Vorzügen und Schwächen kennen. In dieser Zeit der Internierung wurden die „Netzwerke des Vertrauens“ geknüpft, auf die später in den Aufbaujahren Verlass war. Die Schreckensnachrichten vom Nürnberger Kriegsverbrecherprozess und das Schicksal der Notbelegschaft von Siemens & Halske in Berlin, die von den Russen erschossen wurde, kursierten überall als Gerüchte und ließen die Inhaftierten noch enger zusammenrücken.

Herbert Gienow, listenreicher Odysseus der Stahlbranche, sagte es so:“ Der Wiederaufbau vollzog sich ja nicht nur aus den Trümmern, sondern entwickelte sich aus einem Gemeinschaftsgefühl, das in den Internierungslagern entstanden ist Dort haben alle gesessen, in Todesgefahr- ohne Verbindung zu ihren Familien- und ohne jedes rechtliche Verfahren. Damals war alles möglich und offen wie es ausging; Drangsalierung, Deportation oder gar Todesurteil. Das hat ein Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen, das man sich heute nicht vorstellen kann. Das war nicht nur Solidarität, das war Kameraderie im besten Sinne“.

Der US-Senat hatte eine Liste mit den Namen der 42 am stärksten belasteten Unternehmer zusammen gestellt. Auf Platz 3- Alfried Krupp und den Spitzen der I.G.Farbenkonzerns- rangierte Friedrich Flick. Mit seiner Verurteilung zu 7 Jahren Gefängnis und der des jungen Krupp hatte die strafrechtliche Verfolgung von Vertretern der deutschen Großindustrie ihren Höhepunkt erreicht. Beide wurden Anfang der 50er Jahre vorzeitig entlassen.

Nach 2-Jähriger Internierung saß Hans-Günther Sohl zum Jahreswechsel 47/48 wieder an seinen Schreibtisch in einem notdürftig hergerichteten Büro in Düsseldorf. Als im Oktober 1944 feststand, das die August-Thyssen-Hütte(ATH) durch Luftangriffe lahmgelegt war und demontiert werden sollte, zog Sohl alle Register, um sie wieder aufzubauen. In der Überzeugung, das Widerstände dazu da sind um beiseite geräumt zu werden, ging er mit rücksichtsloser Konsequenz vor und nutze seine Vorteile erbarmungslos aus. Juristische und moralische Grenzen zu überschreiten war in der damaligen Zeit normal und an der Tagesordnung. 1953 hatte Sohl sein Ziel erreicht, die Thyssen-Hütte erzeugte wieder Walzstahl!

Aus Speers Buben waren harte Männer geworden, jeder auf seine Weise unverwechselbar. Die Nazis hatten sie gut trainiert und die 12 Jahre unter Hitler hakten die meisten ungerührt als „accident de parcours“ ab, sobald ihre Entnazifizierung abgeschlossen war und die Alliierten grünes Licht gaben. Ihr geistiger Bezugspunkt war und blieb die Vorkriegszeit. Zumindest ihr Können und ihre Erfahrung konnte ihnen niemand absprechen, auch die Sieger nicht, die schon bald wieder auf sie angewiesen waren.

Als sie ihre 2. Karriere begannen, schien alles hoffnungslos, aber als sie loslegten sahen sie täglich wie es aufwärts ging. Ob sie dankbar für ihre 2.Chance waren lässt sich nicht belegen, und unter Skrupel litten sie jedenfalls auch nicht. Die Mehrheit von ihnen erwartete vielmehr Dankbarkeit dafür, dass sie die Menschen mit Arbeit und Brot versorgten. Auch um ihre Aktionäre brauchten sie sich wenig kümmern, die waren zufrieden wenn es wieder Gewinne gab. Ihre Aufsichtsräte suchten sie sich selber aus, zu sagen hatten die eh nichts. Die Bosse waren zwar nicht mehr Eigentümer, aber der Herr-im-Haus-Standpunkt wurde von niemanden streitig gemacht. Sie lebten in ihrer eigenen Welt die ihre eigenen Regeln und Gesetze hatte.

Berthold Beitz stellte einmal verwundert Fest:2Ich erinnere michan eine Jagd Anfang der 50er Jahre. Treffpunkt war ein Schloss. Da saßen die Herren am Kamin und unterhielten sich. Sie verteilten Aufsichtsratsposten unter sich, und die Rekonstruktion der Stahl- und Kohleindustrie, das alles machten sie bei der Jagd“.

Besser hätten sie die „Netzwerke des Vertrauens“ gar nicht stärken können……

© 25. November 2007 Hermann Stehr

Quelle:
Wirtschaftswoche

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