Rettet die Krankenhäuser

KKEL Mitarbeiter nehmen an Großdemo in Berlin teil

Unter dem in der Überschrift genannten Motto fand am 25. September 2008 eine Demonstration, vor dem Brandenburger Tor, in Berlin statt.

60.000 Teilnehmer wurden erwartet, 135.000 sind es am ende geworden. Ein klares Zeichen zu setzen war ihr Ziel, für 2100 Kliniken in der Bundesrepublik.

Diesem Ruf folgten, initiiert durch die einzelnen MAVen, auch Mitarbeiter der KKEL. Aus dem St. Barbara Hospital, Gladbeck und St. Josef Hospital, Horst trafen sich die Kolleginnen und Kollegen um gemeinsam nach Berlin zu fahren.

Am frühen Donnerstagmorgen, des 25.09.2008 begann die Reise um 03:30 Uhr, nach ca. 6½ Stunden erreichte die Delegation, aus dem Ruhrgebiet, Berlin.

In Gelsenkirchen schlossen sich ebenfalls noch Kolleginnen und Kollegen, aus dem EV. Krankenhaus GE an. Auch sie wollten die Möglichkeit nutzen ihren Unmut gegenüber der aktuell schlechten Gesundheitspolitik ausdruck zu verleihen.

Nach eintreffen in der Hauptstadt wurde Abteilungsspezifische Kleidung angelegt um deutlich zu machen das es alle betrifft in Krankenhäusern, Pflegepersonal, Ärzte, Verwaltungsangestellte etc., alle marschierten nebeneinander für die gleiche Sache Richtung Brandenburger Tor.

Es war ein beeindruckendes Bild, das sich im Berliner Regierungsviertel bot. Wie eine bunte Schlange wand sich der schier endlose Zug von Demonstranten in der Herbstsonne an Kanzleramt und Reichstag vorbei.

An diesem Tag stand nur eines im Mittelpunkt – Demonstrieren – für 6,7 Mrd. Euro die den Krankenhäusern im Bundesgebiet 2009 fehlen um gestiegen Kosten auszugleichen.

Krankenkassen sprachen dagegen von Panikmache. Auch die Verbraucherzentralen gaben sich skeptisch: Rund 2100 Krankenhäuser mit mehr als 500 000 Betten seien einfach zu viel für Deutschland.

Im Großen geht es nicht um Menschlichkeit in der Pflege, es geht ums Geld für die Krankenhäuser. 6,7 Milliarden Euro mehr verlangt die Deutsche Krankenhausgesellschaft, um 2009 genug Ärzte und Pfleger bezahlen zu können sowie die Bauten in Schuss zu halten. Von den Bundesländern, die weniger Geld als früher für die Sanierung von Gebäuden bezahlen, fühlen sich die Klinikmanager im Stich gelassen.

3,2 Milliarden Euro mehr Geld für die Kliniken hat das Bundeskabinett angekündigt. Den Krankenhäusern reicht das nicht. Sie argumentieren mit steigenden Personal- und Energiekosten, auch Medikamente und Lebensmittel würden immer teurer

Die geforderten Milliarden für die Kliniken müssten in Deutschland die Krankenversicherten aufbringen. Krankenkassen wie die AOK warnen bereits, dass die Beitragssätze 2009 auf 15,8 Prozent klettern könnten. Sie verlangen von den Kliniken mehr Mut zu Strukturveränderungen. „Wir haben in Deutschland immer noch deutlich mehr Krankenhäuser pro Einwohner als vergleichbare Länder“, sagt Johann-Magnus von Stackelberg, Vizevorsitzender des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen. Weniger Kliniken bedeuteten nicht automatisch eine schlechtere Versorgung der Patienten.

Doch die steigenden Kosten führen in den Krankhäusern zu Engpässen und kritischen Situationen. Steigende Energie- und Sachkosten, vor allem aber die Personalkosten machen die Finanzsituation instabil. Ungefähr ein Drittel der Kliniken schreibt heute rote Zahlen. Ein grundsätzlicher Fehler scheint in der Abhängigkeit der Krankenhausbudgets von den Einnahmen der Krankenkassen zu liegen. Adäquate medizinische Versorgung gibt es nur, wenn die Kliniken über leistungsorientierte Etats verfügen können. Für die Teilnehmer der Demonstration muss nun endlich das “Kaputtsparen” der Krankenhäuser aufhören, denn ohne funktionierende Kliniken gibt es kein intaktes Gesundheitssystem.

Da etwa 60 Prozent des Krankenhausetats in Personalausgaben fließen, gehen Kürzungen zuerst zu Lasten der Beschäftigten, als Folge aber auch zu Lasten der Patienten. Arbeitsplatzverlust und unzumutbare Verdichtung der Arbeit bedrohen zunehmend Quantität und Qualität der gesundheitlichen Versorgung.

Zum Abschluss der Kundgebung sagte Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer, „Unser Zorn bleibt. Der Kampf ist nicht zu Ende!“ und „Seien Sie sicher, wir sehen uns wieder!“

Damit wurde am ende klar das dies sicherlich nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein wird zur Rettung der Krankenhäuser.

Am ende der Demonstration stiegen alle erschöpft in ihre Busse, so auch die Gruppe von Mitarbeitern der KKEL.

Alle mit dem guten Gewissen für eine bessere Gesundheitspolitik Demonstriert zu haben.

17. Oktober 2008 Markus Zink, Gladbeck
Fachkrankenpfleger f d Operationsdienst

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