Unendliche Geschichte der Vestischen Arbeit Kreis Recklinghausen geht weiter…

Artikel 1, Absatz 1 Grundgesetz „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Aber nur solange wie man kein Hartz-IV-Empfänger im Kreis Recklinghausen ist. Anders sind die nachfolgend geschilderten Begebenheiten nicht mehr zu erklären.

Hier handelt es sich um einen jungen Mann aus Herten. Am 15.10.2010 zog er von Datteln nach Herten, mit Genehmigung der Vestischen Arbeit Kreis Recklinghausen. Und das, obwohl der Vestischen Arbeit klar war, daß der Mann über keinerlei Möbel verfügt. Anfang November 2010 kam dann vom Außendienst der Vestischen Arbeit ein Haubesuch um festzustellen welchen Möbelbedarf dieser junge Mann hat.

Bis heute 18.02.2011 ist dann aber nichts weiter geschehen, der junge Mann schläft immer noch auf einer Luftmatratze und hat keinerlei Möbel. Trotz mehrfachen Nachfragens ist da nichts mehr passiert. Und das ist einfach nicht mehr hinnehmbar!

Und nun denke ich, daß Sie da mal bei der Vestischen Arbeiten nach den rechten sehen. Die Vestische Arbeit Kreis Recklinghausen hat sich zwar seit Januar 2011 einen Namenswechsel genehmigt, aber deren Arbeitsweise hat sich leider nicht geändert.

Am 18.02.2011 ging dann nun eine Beschwerde nach dem Kundenreaktionsmanagement Nürnberg und Düsseldorf raus. Nürnberg meldete sich sofort per E-Mail und Düsseldorf hat dann ein Schriftstück per Post geschickt, beide wollten sich dann sofort um die Sache kümmern. Mit anderen Worten, der zuständige Sachbearbeiter würde es nun richten.

Im Schreiben aus Düsseldorf wurden auch die Namen genannt, die für das örtliche Kundenreaktionsmanagement zuständig sind, selbstverständlich mit der Durchwahlnummer. Und nun wurde es wirklich interessant. Beide Damen wussten von nichts, und angeblich waren sie für Beschwerden dieser Art überhaupt nicht zuständig. Das ist schon eine eigenartige Sache, aus Düsseldorf; immerhin die Oberste Behörde in Sachen ARGE im Land NRW erklärte man die Zuständigkeiten; und vor Ort weiß man angeblich nichts davon. Da solche Dinge kein Einzelfall in Deutschland sind, kann man davon ausgehen, dass gewisse Büromitarbeiter (in diesem Fall ist Mitarbeiter wohl eine Freud´sche Fehlleistung)nicht weiter sehen wollen als ihr Schreibtisch groß ist.

Nachdem der junge Mann mehrere erfolglose Telefonate geführt hatte, wandte er sich vertrauensvoll an mich. Also setzte ich mich ans Telefon um zu erreichen, was der junge Mann begehrte. Auch ich musste schnell erkennen das es nicht möglich ist, dass die Vestische Arbeit Kreis Recklinghausen so zu bewegen, das sie ihren Auftrag nachkommen. Es ging sogar soweit, das ich überlegte, ob es Sinn machen würde eine Beleidigungsklage anzustrengen. Nachdem ich aber zu erkennen gab, dass ich diesen Vorfall Journalistisch aufarbeiten werde, wurden die Damen da doch etwas lebhaft.

Man gab mir eine andere Telefondurchwahlnummer um da etwas zu erreichen. Diese Nummer endpuppte sich aber zum Flopp, erst pflaumte man mich an was dieser Anruf sollte (es war ja 14:30 kurz vor Feierabend). Ich trug mein Ansinnen vor, aber wieder gab es nur eine abschlägige Antwort. Man versprach aber einen Rückruf! Kaum zu glauben, 35 Minuten später (15:05 Uhr) klingelte mein Telefon. Eine sehr freundliche Stimme erklärte mir dann, dass das Anliegen des jungen Mannes ist erledigt, der Scheck wäre schon in der Post. Der junge Mann und ich schauten uns ganz verdutzt an, das war ja unglaublich. Etwas irritiert habe ich mich für das Telefonat bedankt, mit dem Hinweis wenn es gelogen sein sollte würde es ärger vom feinsten gebe.

Zwei Tage später hatte der junge Mann seinen Scheck und konnte nun beginnen sich Möbel zu besorgen. Wenn man nun überlegt, dass dazu 3 Monate verstrichen sind, kommt man als Außenstehender ins Grübeln. Was geht da eigentlich in Behörden die von unseren Steuergeldern finanziert werden, wirklich ab?

Kann es sein dass die Mitarbeiter einer ARGE absolut überlastet sind, oder ist es doch eine Staatlich gesteuerte Organisation die Hilfebedürftige nicht ernst nimmt? Es kann doch nicht sein, dass es in unserer Republik noch Menschen gibt, die zwar eine Wohnung haben aber keine Möbel, und das obwohl eineMenschenwürdiges Leben in dieser Republik garantiert wird.

Wer glaubt diese Geschichte sei nur ein Einzelfall, sollte sich mal mit der Materie etwas mehr beschäftigen. Es geschehen Dinge die unfassbar sind. Wenn Bankmanager den Laden an die Wand fahren, springt der Staat ein, und wirklich bedürftige kommen dann in den Mühlen der Bürokratie, wo sie am Ende auf  sich allein gestellt sind. Und dieses Handeln ist der Nährboden für extremistische Gruppierungen, was wiederrum niemand wahrhaben will.

 

02. März 2011 Hermann Stehr

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