Doping, kein Phänomen im Sport!

Wir kennen den Begriff Doping aus dem Sport. Doping bedeutet, dass ein Sportler verbotene Medikamente einnimmt oder anwendet. Die Verbote werden von den jeweiligen Sportverbänden bestimmt.

Der Grund für das Verbot ist in erster Linie die unfaire und nicht trainingsbedingte Leistungssteigerung, die durch diese Dopingmittel hervorgerufen wird. Außerdem wird durch die Einnahme die Gesundheit des Sportlers beeinträchtigt – denn Doping ist ein Risiko! Die Sportler unterliegen wegen des Missbrauchs auch laufender Kontrollen, soweit so gut bzw schlecht!

Leider zieht Doping immer weitere Kreise und hat auch die normale Arbeitswelt schon erfasst. Der zunehmende Druck auf Mitarbeiter in den Betrieben hat in den letzen 10 Jahren zugenommen. Psychische Leiden wie Depressionen und Angststörungen bewirken, dass die Hemmschwelle zum Griff nach Arzneimitteln sinkt. Die Menschen werden geradezu gezwungen, immer besser drauf, konzentriert und perfekt zu sein. Diese Ziele lassen sich jedoch auch durch Medikamente nicht erfüllen, sondern es drohen vielmehr Suchtgefahr und erhebliche Nebenwirkungen.

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) machte zu diesem Thema eine Studie, mit erschreckendem Ergebnis. Etwa 3000 Arbeitnehmer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren wurden befragt. 40 Prozent wissen, dass Medikamente gegen Gedächtnisstörungen oder Depressionen auch bei Gesunden wirken können. Jeder fünfte meint, dass die Risiken einer solchen Verwendung im Vergleich zum Nutzen „vertretbar“ seien. Wenn man nun die Gesamtzahl der Beschäftigten zugrunde legt, muss man doch sehr erschrocken sein, dass 5 Prozent (ca 2 Millionen) die Form des Dopings einräumt. Knapp die Hälfte von ihnen sogar fast täglich.

Besorgung ohne Kriminalität
Als Bezugsquelle gaben rund 20 Prozent der Befragten an, sich bei Freunden, Kollegen, Familienmitglieder und den Versandhandel zu bedienen. Der Großteil der Medikamente wird (den Gesunden) von Ärzten verschrieben. Gedopt wird mit Anti-Depressiva, Mitteln gegen Aufmerksamkeitsstörungen, Bluthochdruck oder Migräne. Auch ein Datenabgleich der DAK hat ergeben, dass Beschäftigte bestimmte Mittel vielfach auf eigenen Wunsch, für andere Diagnosen als die eigentliche oder sogar ganz ohne Diagnose verordnet bekämen.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte, “Medikamente sind leicht zu besorgen, vor allem durch die Weitergabe durch diejenigen, für die sie bestimmt sind.“ Auch die Leichtfertigkeit der Ärzte sei zu rügen, weil Patienten nur sagen “das habe ich schon mal verschrieben bekommen“. Im Internet kann man schnell und einfach heraus bekommen, was man dem Arzt sagen muss, um zum gewünschten Medikament zu kommen. Daher auch die Forderung von Lauterbach, Mediziner müssen besonders bei jüngeren Patienten sorgsamer sein.“Bevor bestimmte Modesubstanzen wie Anti-Dementiva verschrieben werden, sollte ein Psychotherapeut eingeschaltet werden. Dieser durchschaut sehr schnell, wenn eine Krankheit nur vorgetäuscht wird“, so Karl Lauterbach.

Wenn zwei Millionen gesunde Menschen in Deutschland sich mit Medikamenten puschen, um ihre Arbeit zu meistern und dieses den Arbeitgeber kalt lässt, da stellt sich die Frage, warum sich da niemand mehr drüber aufregt. Doping am Arbeitsplatz kennzeichnet eine kranke Gesellschaft, die Arbeit nicht danach bemisst, ob sie einen menschlichen Marktwert schafft, sondern nach Markt-Gesetzen. Warum verdient eine Erzieherin viel weniger als ein Autohändler. Bedeuten uns die Kinder weniger als ein Auto?

Auf der einen Seite gibt es 2500 Euro Abwrackprämie und nur 164 Euro Kindergeld (was den HartzIV Empfängern natürlich voll als Einkommen angerechnet wird). Wie die Politik, so ordnet sich auch der Einzelne der Wirtschaft unter. Bei wachsendem Druck greift man zur Pille, statt zu begreifen, dass seine Stimmung der Lage geschuldet ist. Der stressgeplagte sollte sich nicht medikamentös ruhig stellen, sondern aufstehen gegen eine Ordnung, die den Menschen sich selbst endfremdet. Sollten die Menschen tatsächlich aufstehen, stünden mehre tausend Arbeitsplätze in der Pillenindustrie auf dem Spiel.

Was nun?

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One Response to Doping, kein Phänomen im Sport!

  1. godwi sagt:

    Vielleicht interessiert dich auch mein Beitrag zu diesem Thema:

    http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/02/13/runtergeschluckt/

    Godwi

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